Zertifikate

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Zusammenfassung

Anlagehorizont Mittel- bis Langfristig
Mindestanlagedauer (Empfehlung) 5 Jahre
Ertragschancen mittel bis hoch, je nach Art des Zertifikates
Sicherheit gering bis hoch. Totalverlust bei Zertifikaten möglich.
Liquidität hoch
Kosten Jährlichen Gebühren
Besonderheiten Absicherung gegen Insolvenz des Anbieters dringend zu empfehlen
Fazit

Details

Zertifikate sind Finanzprodukte, mit welchen man von den steigenden oder fallenden Kursen einzelner Wertpapiere oder anderer Produkte (Basiswerte) partizipieren kann. Sie sind Inhaberschuldverschreibungen, bei welchem keine feste Zins- oder Rückzahlung vom Emittenten festgelegt wird.

Arten von Zertifikaten

Es existieren sehr viele verschiedene Arten von Zertifikaten in Deutschland. Die wichtigsten sind

  • Bonus-Zertifikate zahlen einen Bonus aus, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
  • Discount-Zertifikate partizipieren von der Steigerung des Kurswertes, sind aber mit einem Rabatt (Discount) auf den Marktpreis versehen. Als Ausgleich für den Discount profitiert der Anleger nicht mehr an einer Wertentwicklung über eine festgelegte Höhe (Cap) hinaus.
  • Garantie-Zertifikate sind mit bestimmten Garantien verbunden, z.B. einer Mindestrendite oder einer Mindest-Auszahlung.
  • Hebel-Zertifikate steigen bzw. fallen um ein vielfaches des zugrundliegenden Basiswertes. Beispielsweise wenn der EuroStoxx 50 um 20 % steigt, erhöht sich der Wert eines Zertifikates mit dem Hebel 100 % um 40 %.
  • Index- und Partizipations-Zertifikate bilden die Wertentwicklung einzelner Aktien, Aktienindizes oder auch anderer Finanzprodukte wie bsp. Währungen nach. Das bedeutet: Ein Dax- oder Edelmetall-Indexzertifikat gewinnt oder verliert jederzeit genauso viel an Wert wie der Dax oder der betreffende Metallindex selbst.
  • Sprint-Zertifikate / Bandbreiten-Zertifikate haben die Besonderheit, dass der Basiswert eine bestimmte Bandbreite nicht verlassen sollte. Beispielsweise ist das Ziel, dass der DAX immer zwischen 7.600 und 10.800 Punkten liegt.
  • Themen-, Strategie- und Basket-Zertifikate setzen darauf, von bestimmten Trend zu profitieren. Beispiele sind der Boom der Solarindustrie und die Verknappung der seltenen Erden als Rohstoff im Bereich Computer.

Risiken

Die Risiken aller Zertifikate sind sehr unterschiedlich. Es gibt für jede Risikoneigung passenden Anlagezertifikate. Ein Indikator für das Risiko eines speziellen Zertifikates ist die Risikokennziffer des Produktes. Die allgemeinen Risiken von Zertifikaten sind:

  1. Insolvenzrisiko. Die Insolvenz der Lehman Brothers am 2008 sorgte dafür, dass die Zertikate dieser Bank nicht zurückgezahlt wurden konnten.
  2. Marktrisiko
  3. Insolvenzrisiko eines Garantieträgers
  4. Verlustrisiko durch steigende oder fallende Kurse
  5. Liquiditätsrisiken: Der Emittent bzw. der MarketMaker (dieses sorgt für die Handelbarkeit) ist gegenüber dem Wertpapierinhaber nicht verpflichtet, regelmäßig An- und Verkaufskurse zu stellen. Für den Anleger besteht das Risiko, dass er die Wertpapiere am Markt nicht zu marktgerechten Preisen oder gar nicht veräußern kann.

Chancen

Anleger können bei einer Investition in Zertifikate von steigenden und teilweise sogar von fallenden Kursen anderer Finanzprodukte (Basiswerte) profitieren.

Anlagehorizont und Laufzeit

Zertifikate eignen sich für einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont. Eine allgemeine Aussage zu treffen, ist aber schwierig, da es von sehr risikoarmen über kalkulierbare Zertifikate auch extrem spekulative und hoch riskante Anlagezertifikate alles am Markt gibt.
Einige Zertifikate haben ein feste Laufzeit. D.h. an diesem Tag wird der Wert festgestellt und die Anleger erhalten diesen Betrag ausgezahlt. Open-End ist die Bezeichnung, wenn das Zertifikat keine feste Laufzeit hat.

Kosten

Die Herausgeber (Emittenden) von Zertifikaten erhalten eine jährliche Gebühr für die Verwaltung des Produktes. Oft wird statt einer expliziten Gebühr vom Emittenden die Dividende einbehalten. Diese stellt somit einen indirekten Kostenfaktor dar. Dem Anleger können ggf. noch Depotkosten von seiner Bank berechnet werden.

Verfügbarkeit / Liquidität

Die meisten Zertifikaten sind über eine oder mehrere Börsen täglich kauf- und verkaufbar.

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