Lebensversicherung

Mehr Informationen über die Private Lebensversicherung

Zusammenfassung

Anlagehorizont Sehr langfristig
Mindestanlagedauer (Empfehlung) 12 Jahre
Ertragschancen gering bis mittel
Sicherheit Sehr hoch
Liquidität gering
Kosten mittel bis hoch
Besonderheiten Senkung des Garantiezinses zum 1. Januar 2015
Fazit Geeignet für sehr sicherheitsorientierte Anleger, welche die geplante Laufzeit durchhalten können.

Details

Die Private Lebensversicherung ist ein Sparvertrag mit einer Versicherungsgesellschaft. Der Anleger verpflichtet sich jeden Monat einen selbst gewählten Beitrag zu zahlen. Die Laufzeit der Lebensversicherung ist im Vertrag festgelegt.

Aufteilung des monatlichen Beitrages

Der Beitrag des Kunden steht nicht komplett zum Sparen zur Verfügung. Die Versicherungesellschaft teilt den Beitrag in diese Komponenten auf:

  • Sparanteil: Dieser Beitrag wird von der Lebensversicherung in sicheren Anlagen investiert
  • Risikoanteil: Für die Deckung des Risikos von Todesfall, Unfall, schweren Krankheiten oder Berufsunfähigkeit wird ein Teil des Gesamtbeitrag benötigt.
  • Abschlußkosten: Damit sind die Kosten gemeint, welcher der Versicherungsberater, Vermittler oder Makler in Form einer Provision für die Beratung erhält.
  • Jährliche Verwaltungskosten: Die Versicherungsgesellschaft berechnet diese Kosten, welche bei der Verwaltung des Vertrages entstehen.

Anlage des Geldes durch die Lebensversicherer

Die Lebensversicherungsgesellschaften dürfen das Geld der Kunden nur sehr konservativ anlegen. Die Anlage erfolgt zum Großteil in Staatsanleihen und Anleihen mit einer hohen Bonität. Einen geringen Teil legen die Versicherungsgesellschaften in Aktien, Aktienfonds und Immobilien an.

Lebensversicherungsreformgesetz ab 2015

Das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) tritt zum 01.01.2015 in Kraft und bringt für Kunden und Versicherungsgesellschaften einige Neuigkeiten mit sich.

  1. Der Garantiezins für neue Lebensversicherungen beträgt nur noch 1,25 % p.a. Das bedeutet, daß die garantierte Leistung der Kunden gegenüber 2014 sinkt.
  2. Versicherungen, welche bilanziell finanzschwach sind, können die Beteiligung Ihrer Kunden an den Bewertungsreserven reduzieren. Bewertungsreserven werden aufgebaut, wenn der Marktwert einer Kapitalanlage durch die Lebensversicherung höher als der Kaufpreis ist.
  3. Kunden von Lebensversicherungen werden statt bisher zu 75 % zu 90 % an Risikoüberschüssen beteiligt. Diese Überschüsse entstehen, wenn die Kosten geringer sind als geplant.
  4. Ist die Lebensversicherung eine Aktiengesellschaft (AG), so dürfen sie Ihren Aktionären keine Dividenden bezahlen, wenn eine Gefahr für die Garantien der Kunden besteht.
Diese Änderungen wirken sich auch auf andere Finanzprodukte aus. Private Rentenversicherungen, Riester- und Rürup-Rentenversicherungen sind ebenso betroffen. Was viele nicht glauben: Pflegerentenversicherungen und Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) werden genauso tangiert. Oft werden die Beiträge teurer.

Entwicklung des Garantiezinses

Der Garantiezins in der Privaten Lebensversicherung wird im Laufe der Jahre immer wieder an das allgemeine Zinsniveau angepasst. Anfang 2015 wird der Garantiezins erneut gesenkt, diesmal auf 1,25%.

Zeitraum Garantiezins
1942 bis Juni 1986 3,00 %
Juli 1986 bis - Juni 1994 3,50 %
Juli 1994 bis - Juni 2000 4,00 %
Juli 2000 bis - Dezember 2003 3,25 %
Januar 2004 bis - Dezember 2006 2,75 %
Januar 2007 bis - Dezember 2011 2,25 %
Januar 2012 bis - Dezember 2014 1,75 %
ab Januar 2015 1,25 %

Flexibilität und Dynamik

Die Flexibilität von Lebensversicherungen ist sehr gering. Kann oder will der Anleger seine Beträge nicht mehr bezahlen, hat er folgende Optionen:

  1. Die Zahlung des monatlichen Beitrages kann ausgesetzt werden.
  2. Der Vertrag kann beitragsfrei gestellt werden.D.h. es wird dauerhaft kein weiterere Einzahlung vorgenommen
  3. Er kann die Lebensversicherung kündigen. Dann wird von der Versicherung der Rückkaufwert berechnet. Diesen bekommt er ausbezahlt. Dieser ist aber oft deutlich geringer als die Einzahlungen.
  4. Manche Gesellschaften kaufen Lebensversicherungen auf.
  5. Eine Policendarlehen stellt einen Vorschuss auf die Versicherungsleistung dar.
Auf jeden Fall soll der Kunde die Situation mit seinem Berater durchsprechen. Die Lebensversicherungsgesellschaft kann Auskunft zu den Optionen geben.

Motivation eines Anlegers

Viele Kunden einer Lebensversicherung nutzen diese Anlageform, um für das Alter vorzusorgen. Ein anderes Ziel von einigen Sparern ist die Finanzierung von Wohneigentum mit dem ausgezahlten Betrag bei Fälligkeit. Generell kann eine Lebensversicherung zum Sparen genutzt werden.

Transparenz der Kosten

Der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.) hat 2011 eine Empfehlung zur Ausweisung der Kosten bei der Lebensversicherung gegeben. Allerdings ist die Bereitschaft der Versicherungsgesellschaften, diese umzusetzen, nicht sehr hoch. Nur ein paar wenige Lebensversicherer, wie z.B. Stuttgarter, Ergo, Allianz weisen dies Gesamtkostenquote freiwillig aus.

Steuerliche Situation

Bei der Besteuerung von privaten Lebensversicherungen gibt es einiges zu beachten. Bis Ende 2004 war der Auszahlungsbetrag steuerfrei. Seit Anfang 2005 ist der einmaliger Betrag zur Fälligkeit steuerpflichtig. Wenn folgenden Voraussetzungen erfüllt sind, muß nur die Hälfte des Kapitalertrags mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden:

  • Die Vertragslaufzeit beträgt mindestens 12 Jahre
  • Der Kunde ist bei Ablauf der Versicherung 62 Jahre alt oder älter. Bis 2011 galt 60 als Grenze.
Ist eine der beiden Bedingungen nicht erfüllt, so muß der Kunde auf den gesamten Kapitalertrag Steuern bezahlen.

Chancen und Vorteile

  • geringe, aber kalkulierbare Rendite
  • Absicherung gegen die finanziellen Folgen eines Todesfalls

Risiken und Nachteile

  • Die Kosten der Lebensversicherung sind nicht transparent. Der Kunde weiß oft nicht, wieviel von seinem Beitrag gespart werden.
  • Der Garantiezins ist schon jetzt sehr niedrig und wird zum 1. Januar 2015 erneut gesenkt.
  • Wer den Vertrag vorzeitig kündigt, verliert oft Geld. Die Rendite wird dadurch deutlich unattrakttiv.

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