Crowdfunding und Crowdinvesting

Zusammenfassung

Anlagehorizont langfristig
Mindestanlagedauer (Empfehlung) 8 Jahre
Ertragschancen mittelmäßig bis hoch
Sicherheit gering. Ein Totalverlust ist möglich.
Liquidität gering. Vor dem Ende der Beteiligung kommt man nicht an sein investiertes Geld.
Kosten keine
Besonderheiten Es ist noch offen wie das geplante Kleinanlegerschutzgesetz Crowfunding reglementieren wird
Fazit Geeignet für Anleger, welche Ihr Geld in neue Unternehmene und Projekt investieren wollen. Gleichzeitig müssen sie ein Totalverlust verkraften können.

Überblick Crowdfunding und Crowdinvesting

Crowdfunding kann man mit Schwarmfinanzierung im Deutschen übersetzen. Das bedeutet, dass viele Leute kleine oder mittlere Beträge anlegen, um gute Ideen oder Projekte zu unterstützen. In der Summe aller Investoren kommen bei erfolgreichen Projekten Summen über 100.000 € zusammen. Einzelne Anleger können oft ab 100 € einsteigen. Eine Finanzierung findet in diesen Phasen statt:

  1. Das Unternehmen stellt sein Projekt, z.B. ein neues Produkt oder eine innovative Hardware auf einer Crowdfunding Plattform vor. Der interessierte Anleger erhält Einblick in das Geschäftsmodell und hat teilweise Zugriff auf den Businesss Plan. In diesem werden u.a. die geplanten Kundenzahlen, Umsätze und Gewinne dargestellt. Es wird die Summe genannt, welche das kapitalsuchende Unternehmen braucht (Mindestziel).
  2. Dann beginnt die Phase der Zeichnung. In diesem Zeitraum sagt jeder Investor, welchen Betrag er zur Verfügung stellt. Bei den meisten Crowdfunding Plattformen sieht jeder, wieviele Anleger schon das Projekt unterstützen. Ebenso ist die Summe des investierten Betrages sichtbar. Dies sorgt für eine gewisse Eigendynamik. Denn wenn viele Investoren das Projekt fördern wollen, hat dies eine positive Wirkung auf andere Interessenten.
  3. Ganz oder Gar nicht ist das Motto, das über den Erfolg der Finanzierung entscheidet. Wenn alle Investoren in der Summe das vom Unternehmen benötigte Kapital aufbringen, startet das Crowdfunding. Wird aber das Mindestziel nicht erreicht, bekommen die Unterstützer Ihr Geld zurück.

Arten des Crowdinvesting und Crowdfunding

Crowdfunding: Crowdlending als Form des Darlehens

Beim Crowdlending leihen viele Anleger einem Unternehmen oder Projekt Geld. Ziel der Investoren ist, den Kreditbetrag plus Zinsen wieder zurück zu bekommen. Allerdings ist der Kredit im Regelfall ein Nachrangdarlehen. Das bedeutet, dass bei einer Insolvenz zuerst die Forderungen anderer (vorrangiger) Gläbiger bedient werden. Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten kann das Unternehmen den Anlegern keine oder eine geringerer Verzinsung bieten. Die Zinseinnahmen unterliegen der Abgeltungssteuer. Eine Verfügung vor dem Ende der Darlehensdauer ist nur schwer bzw. gar nicht möglich.

Crowdinvesting als Beteiligung an einem Projekt oder Unternehmen

Crowdinvesting bezeichnet eine unternehmerische Beteiligung. Dies kann in Form einer Aktie, eines Genossenschaftsanteils, eines Genussrechtes oder einer stille Beteiligung erfolgen. Zum Teil hat der Anleger ein Recht zur Mitbestimmung. Verluste müssen die Investoren teilweise auch mittragen.

Steuerliche Situation

Steuerlich gesehen sind alle Erträge zu berücksichtigen. Das bedeutet, auf Zinsen, Dividenden, Ausschüttungen sowie Gewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen ist die Abgeltungssteuer zu bezahlen. Wie immer, kommen Solidaritätszuschlag und ggf. noch Kirchensteuer dazu. Eine Besonderheit ist zu beachten, wenn der Anleger mehr als 1% der Unternehmensanteile besitzt. In diesem Fall sind Gewinne aus dem Verkauf als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu deklarieren.

Mischform von Crowdfunding und Crowdinvesting

Der Übergang zwischen Crowdfundig und Crowdinvesting ist fließend. Beispielweise bieten Kredite an die Unternehmen in Form von partiarchischen Darlehen nur eine geringe feste Verzinsung. Die Anleger rechnen in diesem Fall aber mit einem hohen Bonuszins. Dieser kann z.B. gezahlt werden, wenn das Unternehmen erfolgreich Gewinne ausweist.

Ein nachhaltiges Ziel mit einer Spende verwirklichen

Bei dieser Form des Crowdfunding steht ein soziales, nachhaltiges oder ökologisches Projekt im Vordergrund. Das Geld geht an das Unternehmen oder die gemeinnützige Organisation als Spende. Der Anleger bekommt also keine Gegenleistung für sein Investment. Das bedeutet, weder Zinsen noch eine Rückzahlung des Betrages werden erfolgen. Die Menschen möchten etwas Gutes tun, das Ihnen am Herz liegt.

Steuerliche Vorteile

Eine Spende kann steuerliche Vorteile für den Anleger haben. Ist die empfangende Organisation steuerbegüstigt, so kann der Anleger die Spende als Sonderausgabe in seiner Steuererklärung geltend machen. Mehr Informationen erhalten Sie bei Ihrem Steuerberater. Die Crowdfunding Plattformen weisen oft darauf hin, ob die Spende steuerlich absetzbar ist.

Produkte oder soziale Projekte gegen ein kleines Geschenk unterstützen

Bei manchen Projekten werden Geldgeber auch um eine Spende gebeten. Zinsen und eine Rückzahlung des Betrages sind hier ebenso nicht vorgesehen. Der Anleger bekommt bei dieser Form ein kleines Geschenk. Dies kann ein Produkt sein, das entwickelt wird oder auch die Nennung des Namens, eine Einladung zur Vorstellung, etc. Steuerlich kann der Spender sein Investment nicht als Sonderausgabe geltend machen. Der Grund liegt darin, dass eine Gegenleistung in irgendeiner Form bezahlt wird.

Chancen

  • Junge Unternehmen und innovative oder soziale Projekte unterstüzen
  • Beteiligung am Unternehmenserfolg
  • Chance auf eine Verzinsung die über dem geringen Zinsniveau liegt

Risiken

  • Totalverlust der Einlage
  • Ausfall von versprochenen Zinszahlungen
  • Beteiligung am Verlust des Unternehmens
  • Veruntreuuung bei nachhaltigen und sozialen Projekten
  • Geplantes Kleinanlegerschutzgesetz kann Nachteile für Anleger bringen

Arbeitsaufwand

Crowdinvesting und Crowdfunding bedeuten für den Anleger einen hohen Arbeitsaufwand. Will man das Investment auf Herz und Nieren prüfen, so sind folgende Unterlagen zu lesen und bewerten:

  • Rechte und Pflichten des Anlegers
  • Informationen des Projektes wie z.B. Business Plan, Jahresabschluss
  • Investmentvertrag und ggf. Wertpapierverkaufsprospekt

Ähnliche Anlageformen

Private Equity Fonds
Venture Capital Fonds
Mittelstandsanleihen